076 : つらつら月日つらつらに

 

 

SERIES ≫  無限定に相対する写像 / 射影配景における切断の意味 ” 華麗な罠 ” ( 2018 )

 

 

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CLICK UP ! 「 Allegory of Time Governed by Prudence / An Allegory of Prudence 」
With frame
( Cautiously and three beasts ; Three generations of allegory / cowardice allegory )
Titian and workshop, Titian ; Tiziano Vecelli or Tiziano Vecellio
( between circa 1550 and circa 1565 )
Current location: National Gallery

 

 

 

ARTWORK : 076 「 つらつら月日つらつらに  」

 

 

4つの時代( 世代 ): Op.111, No.3, D.391

 

Wohl perlet im Glase der purpurne Wein,
Wohl glänzen die Augen der Gäste,
Es zeigt sich der Sänger, er tritt herein,
Zu dem Guten bringt er das Beste,
Denn ohne die Leier im himmlischen Saal
Ist die Freude gemein auch beim Nektarmahl.

Ihm gaben die Götter das reine Gemüth,
Wo die Welt sich, die [ewige]1, spiegelt,
Er hat alles gesehn, was auf Erden geschieht,
Und was uns die Zukunft versiegelt,
Er saß in der Götter urältestem Rath,
Und behorchte der Dinge geheimste Saat.

Er breitet es lustig und glänzend aus
Das zusammengefaltete Leben,
Zum Tempel schmückt er das irdische Haus,
Ihm hat es die Muse gegeben,
Kein Dach ist so niedrig, keine Hütte so klein,
Er führt einen Himmel voll Götter hinein.

Und wie der erfindende Sohn des Zeus
Auf des Schildes einfachem Runde
Die Erde, das Meer und den Sternenkreis
Gebildet mit göttlicher Kunde,
So drückt er ein Bild des unendlichen All
In des Augenblicks flüchtig verrauschenden Schall.

Er kommt aus dem kindlichen Alter der Welt,
Wo die Völker sich jugendlich freuten,
Er hat sich, ein fröhlicher Wandrer, gesellt
Zu allen Geschlechtern und Zeiten.
Vier Menschenalter hat er gesehn,
Und läßt sie am Fünften vorübergehn.

Erst regierte Saturnus schlicht und gerecht,
Da war es Heute wie Morgen,
Da lebten die Hirten, ein harmlos Geschlecht,
Und brauchten für gar nichts zu sorgen,
Sie liebten und thaten weiter nichts mehr,
Die Erde gab alles freiwillig her.

Drauf kam die Arbeit, der Kampf begann
Mit Ungeheuern und Drachen,
Und die Helden fingen, die Herrscher, an,
Und den Mächtigen suchten die Schwachen,
Und der Streit zog in des Skamanders Feld,
Doch die Schönheit war immer der Gott der Welt.

Aus dem Kampf gieng endlich der Sieg hervor,
Und der Kraft entblühte die Milde,
Da sangen die Musen im himmlischen Chor,
Da erhuben sich Göttergebilde!
Das Alter der göttlichen Phantasie,
Es ist verschwunden, es kehret nie.

Die Götter sanken vom Himmelsthron,
Es stürzten die herrlichen Säulen,
Und geboren wurde der Jungfrau Sohn,
Die Gebrechen der Erde zu heilen,
Verbannt ward der Sinne flüchtige Lust,
Und der Mensch griff denkend in seine Brust.

Und der eitle, der üppige Reiz entwich,
Der die frohe Jugendwelt zierte,
Der Mönch und die Nonne zergeisselten sich,
Und der eiserne Ritter turnierte.
Doch war das Leben auch finster und wild,
So blieb doch die Liebe lieblich und mild.

Und einen heiligen keuschen Altar
Bewahrten sich stille die Musen,
Es lebte, was edel und sittlich war,
In der Frauen züchtigem Busen,
Die Flamme des Liedes entbrannte neu
An der schönen Minne und Liebestreu.

Drum soll auch ein ewiges zartes Band
Die Frauen, die Sänger umflechten,
Sie wirken und weben Hand in Hand
Den Gürtel des Schönen und Rechten.
Gesang und Liebe in schönem Verein
Sie erhalten dem Leben den Jugendschein.

 

Franz Schubert ” Die vier Weltalter “, Op.111, No.3, D.391
Friedrich von Schiller ” Wohl perlet im Glase der purpurne Wein ”
( Ἡσίοδος ; Hēsíodos ” θεογονία ; Theogony ” )

 

 

 

 

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( Cautiously and three beasts ; Three generations of allegory / cowardice allegory )
Titian and workshop, Titian ; Tiziano Vecelli or Tiziano Vecellio
( between circa 1550 and circa 1565 )

 

 

 

 

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Inscription, ” ex praete / rito, praesens prvden / ter agit, ni fvtvrv / actione de / tvrpet ”
( Carefully / from the past / current actions so as not to hurt future actions )

 

 

 

 

4つの時代 : オウィディウス

 

黄金の時代が 最初に生じたが そこでは 懲罰者もいず 法律もなしに
おのずから 信実と正義が守られていた
刑罰も恐怖もなかったし 銅板による公告にも 威嚇的な言辞は読み取れなかった
哀願する罪人たちの群れが 裁判官の顔に恐怖をおぼえることもなく
罰し手などは いなくても 生活は 無事であった

生い育った山中で 松の木が切り倒され 船につくられて 海へおろされ
異国へ旅することも まだなかった
人々は ふるさとの海辺をしか知らなかったのだ
切り立った堀が 都市を囲むこともまだなく 銅でつくられたまっすぐな喇叭も
角のように曲がった号笛もなく 兜も 剣もなかった
兵士は 不要であり いずこの民も 安全無事に おだやかで気楽な日々を送っていた
大地そのものも ひとに仕える義務はなく
鍬で汚されたり 鋤の刃で傷つけられたりすることなしに
おのずから 必要なものすべてを 与えていた

人々は ひとりでに できる食べ物に満足して ヤマモモや 野山のイチゴや ヤマグミや
刺々の潅木にまつわりつく キイチゴや
さらには、生いひろがった樫の木から落ちた ドングリを集めていたのだ

常春の季節が続くのだった
そよと吹く西風が なまあたたかいその息吹きで 種もなしに自生した花々を愛撫していた
やがて 大地は 耕されもしないのに 穀物をさえもたらすのであった
田畑は 掘り返されないでも 豊かな穂先で白く光っていた
乳の河が 流れるかとおもえば ネクタルの流れが走り
青々とした柊からは 黄金色の蜜がしたたっていた

サトゥルヌスが 奈落の底へ送られ 世界がユピテルの支配下に屈したとき 銀の時代がやってきた
これは 黄金の時代よりは劣っていたが 黄褐色の銅の時代よりは価値がまさっていた
ユピテルは かつての春の期間を縮め
冬と夏 不順な秋と短い春という四つの季節で一年が終わるようにした
そして そのときはじめて 大気が炎暑に焼かれて白熱し
また 風を受けて凝固した氷柱が 垂れ下がったのだ
家に住むことがおこなわれたのも このときがはじめてだった
もっとも 家というのは 洞穴であり 密生した茂みであり 樹皮でつなぎ合わされた小枝であった
穀物の種子が長い畝に蒔かれ
若い雄牛がくびきに押さえられて呻吟したのも これがはじめてのことだった

このあと 三番目に 銅の時代の種族がつづいた
彼らは 気質がいっそう荒々しく いっそうためらいもなく 残忍な武器を手に取ったが
しかし 罪深いというほどではなかったのだ

最後は 固い鉄の時代だ
いっそう質の劣ったこの時代に たちまち あらゆる悪行が押し寄せ
恥じらいや 真実や 信義は逃げ去った
そして それらのかわりに 欺瞞 奸計 陰謀 暴力と 忌まわしい所有欲がやってきた
水夫は 風について まだよくは知りもしないのに 吹く風に帆をあげた
今まで高い山にそびえていた木々が 船となって 嬉しげに未知の波を分けた
これまでは 日の光や空気のように共通の財であった土地に
用心深い測量者が 長い境界線で目印をつけた

豊かな大地は 穀物や 当然与えるべき食糧を求められただけでなく
地中の深い内奥にまで 人間の手がのびた
大地が隠しもっていて 下界の暗がり近くにしまいこんでいた富までが 掘り出されたのだ
そして その富が 諸悪を誘い出す源となった
今や 有害な鉄と 鉄よりも有害な金が出現していた
この両方を手だてとする戦争も発生し 血塗れの手が 鳴り響く武器をふりまわした
略奪が生活の手段となり 主人は客の 婿は舅の 安全を守らず 兄弟愛もまれなものでしかなかった
夫は妻の 妻は夫の 死を画策し 恐ろしい継母は 死を呼ぶ毒薬を調合する
息子も 早くから 父の寿命に探りをいれ
敬虔は うちまかされて 地にふし
最後に残った神である処女神 正義( アストライア )も 殺戮の血に濡れたこの地上を去った

 

 

 

 

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( Cautiously and three beasts ; Three generations of allegory / cowardice allegory )
Titian and workshop, Titian ; Tiziano Vecelli or Tiziano Vecellio
( between circa 1550 and circa 1565 )
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ÜBERSETZUNG : OVID – DIE VIER WELTALTER

 

Als erstes wurde das goldene Zeitalter erschaffen, welches ohne Beschützer, aus eigenem Antrieb und ohne Gesetz die Treue und das Recht pflegte. Strafe und Furcht waren fern und keine drohenden Worte wurden auf einer angehefteten Erzstafel gelesen und keine flehende Menge fürchtete die Aussprüche ihres Richters, sondern sie waren ohne einen Beschützer sicher. Noch nicht war die gefällte Pinie aus ihren Bergen herabgestiegen in die klaren Flute, um einen fremden Erdteil zu sehen, und die Sterblichen kannten keine außer den ihren Küsten. Noch nicht umgaben tiefe Gräben die Städte; es gab keine Tuba von geradem, und keine Hörner von gebogenem Kupfer, keine Helme und kein Schwert: Ohne den Gebrauch eines Soldaten verbrachten die sorglosen Völker ruhige Tage. Auch die Erde selbst, unversehrt, von einer Hacke unberührt und nicht durch irgendwelche Pflugscharen verletzt, von sich aus/freiwillig alle Dinge, und zufrieden mit der Nahrung, die ohne Zwang hervorgebracht worden war, sammelten sie die Früchte des Erdbeerbaumes, die auf Bergen befindlichen Erdbeeren, Kirschen, Brombeeren, die an dornigen Brombeersträuchern hingen und die Eicheln, die vom weitverzweigten Baum des Jupiters herabgefallen waren. Der Frühling war ewig, und die sanften Westwinde streichelten die Blumen, die ohne Samen entstanden waren, mit lauen Luftzügen. Bald auch brachte die ungepflügte Erde die Früchte, und kein erneuerter Acker glänzte weiß von schwerbehangenen Ähren; schon flossen Flüsse aus Milch, schon Flüsse aus Nektar, und goldgelber Honig tropfte von der grünen Steineiche herab.

Nachdem die Welt unter Jupiters Herrschaft war, nachdem Saturn in den finsteren Tartarus geworfen worden war, folgte das silberne Weltalter nach, schlechter als das Goldene, wertvoller als das Gelbe. Jupiter verkürzte die Zeiten des alten Frühlings und erreichte durch die Winter, Sommer, ungleichen Herbste und den kurzen Frühling ein Jahr in vier Zeitabschnitten. Damals erglühte zum ersten Mal die Luft, verbrannt durch siedende Hitze, und durch die Winde erstarrte Eiszapfen hingen herab. Damals suchten sie zum ersten Mal Häuser auf (die Häuser waren Höhlen und dicht gehäufte Gestrüppe und mit Bast gebundene Zweige); Damals wurden zum ersten Mal die Samen der Ceres von langen Furchen erdrückt und die jungen Stiere stöhnten, weil sie durch das Joch niedergedrückt worden waren.

Als Drittes folgte nach jenem das erzürne Zeitalter nach, wilder von den Veranlagungen und bereiter zu den schrecklichen Waffen zu greifen, dennoch nicht verbrecherisch

Das letzte ist vom harten Eisen. Ferner brach in das Zeitalter das ganze Unrecht von schlechterer Ader ein: Scham, Wahrheit und Treue flohen. An den Platz derer folgten sowohl Betrug als auch List als auch Hinterhalt und Gewalt und die verbrecherische Liebe zu besitzen (=Geiz) nach. Der Seemann vertraute den Winden die Schiffe an (und bisher kannte er jene nicht gut): und die Schiffe, die lange Zeit auf den hohen Bergen gestanden waren, jauchzten in den unbekannten Fluten. Und ein genauer Feldmesser bezeichnete mit einer langen Grenze den, früher wie das Licht der Sonne und die Luft, gemeinsamen Erdboden. Und man forderte vom reichen Erdboden nicht nur die Saat und die geschuldete Nahrung, sondern man ging auch in den Bauch der Erde, und man hatte die Schätze, die sie geborgen hatte und die sie den Schatten des Styx nahegebracht hatte, ausgegraben, als Anreiz zum Bösen. Und schon war das schädliche Eisen und das Gold, schädlicher als Eiden, hervorgegangen: es entsteht Krieg, der nach beiden Seiten kämpft und der mit blutiger Hand die klirrenden Waffen zusammenschlägt. Man lebt vom Raub; der Gastfreund ist nicht sicher vor dem Gast, der Schwiegervater nicht vor dem Schwiegersohn; auch die Gunst der Brüder ist selten. Der Mann trachtet nach dem Verderben der Gattin, jene nach dem des Gatten; die schrecklichen Stiefmütter mischen tödlichen Eisenhut; der Sohn forscht vor der Zeit nach den Jahren des Vaters. Und die jungfräuliche Göttin der Gerechtigkeit verlässt als letzte der Götter die von Gemetzel triefenden Länder.

 

Ovid( Ovidiu ): Metamorphosen – Buch 1 – Die vier Weltalter – Übersetzung
Lateinischer Text :

 

 

 

 

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